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Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Szyperski (ehemaliger Vorsitzender des wiss. Kuratoriums)

Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Szyperski

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Szyperski

Email: norbert.szyperskiuni-koeln.de



Prof. Dr. Dr. h.c. Szyperski ist geschäftsführender Gesellschafter der InterScience GmbH, die neben ihrer Forschungs- und Entwicklungsberatung für Unternehmungen vor allem auch Kommunen bei ihrer Revitalisierung durch neue Aktivitäten auf diesen Gebieten unterstützt und an Software- und Systemhäusern beteiligt ist. Er ist Vorsitzender oder Mitglied von Aufsichts- und Beiräten in der Informations- und Kommunikations- sowie in der Medien-Branche.

Als Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln leitet er die „Betriebswirtschaftliche Forschungsgruppe Innovative Technologien“ (zuvor „Betriebswirtschaftliche Forschungsgruppe Mediendienste“) und die „Arbeitsgemeinschaft Gründungsökonomie und Entrepreneurship“. In diesem Rahmen führte und führt er Forschungsprojekte mit Partnern von anderen Universitäten und Unternehmungen verschiedener Branchen durch. So wie das vom BMBF geförderte Projekt DeMeS (Entwicklung zukunftsträchtiger Mediendienste), in dem die Arbeiten von vier weiteren Universitäten und insgesamt sechszehn Partnern der Medienwirtschaft koordiniert und insbesondere die Entwicklung des Business TV in der Bundesrepublik untersucht und mitgestaltet wurde. Diese Aktivitäten erwuchsen aus einem von ihm geleiteten Arbeitskreis „Mediendienste im Rahmen des BMBF-Programms „Dienstleistung 2000“. Ein von der Stiftung für Industrieforschung geförderte Projekt „Bio4C“ untersucht mit sieben Partnern der Biotechnischen Wirtschaft die Voraussetzungen und Erfolgskriterien für netz-basierte Formen der unternehmerischen Kooperation.

Als Leiter des Arbeitskreises „Electronic Commerce im Mittelstand“ des Forums „Info2000“ der Bundesregierung, vertreten durch den Bundeswirtschaftsminister, war er zugleich auch Leiter der Jury des bundesweiten Internet-Wettbewerbs 1998 und Mitglied des BMWi-Beirates „Electronic Commerce“.

Seine frühen Arbeiten seit 1974 auf dem Gebiet der Unternehmungsgründung ließen die Kölner Schule zu einer Wiege der Gründungsforschung in Deutschland werden. Dies nicht nur im akademischen Raum, sondern auch durch Spin-Off-Gründungen aus dem Kreis ehemaliger Mitarbeiter in der regionalen Wirtschaft. Mehr als sechzig Unternehmungen sind inzwischen aus diesem Inkubatorkreis hervor gegangen. Dabei betätigte er sich schon seit dieser Zeit als „Business Angel“. Dies wirkt bis in die Gegenwart. So ist er ein Gründungsmitglied von BAND („Business Angel Netzwerk Deutschland“), leitete erst die Jury und ist nun Vorsitzender des Sachverständigen-Beirats des BMBF-Programms EXIST, das die modellhafte Entwicklung von gründungsorientierten Netzwerken in ursprünglich fünf und nunmehr zehn weiteren deutschen Regionen zur besseren Entfaltung von Gründungen aus den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zum Ziele hat. Sein Engagement auf diesem Gebiet spiegelt sich auch in der Gründungsmitgliedschaft in DABEI (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Bildung, Erfindung, Innovation) wider.

Als Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln von 1970 bis 1981 baute er den ersten „Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftliche Planung“ in der Bundesrepublik Deutschland auf. Als Direktor dieses Seminars und Direktor am BIFOA (Betriebswirtschaftliches Institut für Organisation und Automation), das er über viele Jahre zusammen mit dessen Gründer, Erwin Grochla, leitete, wurden Konzeption und Realisierung von „Forschung durch Entwicklung“ etabliert. In zahlreichen Projekten - im Rahmen der DV-Programme des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) – konnten in Zusammenarbeit mit namhaften Industrie-Unternehmungen auf diese Weise neue Informationstechnische Anwendungssysteme entwickelt und in ihrem Verhalten erforscht werden. Damit konnten wesentliche Impulse für den inzwischen hohen Entwicklungsstand der Informations- und Kommunikationstechnik in deutschen Anwendungsunternehmen gegeben werden.

Als Leiter von Arbeitskreisen der Schmalenbach-Gesellschaft für „Beschaffung, Vorrats- und Verkehrwirtschaft“ mit dem zentralen Thema „Beschaffung und Unternehmungsführung“ und „Innovative Unternehmungsgründungen“ konnte er seit 1978 auch weitere Wege zur direkten Zusammenarbeit mit Experten der Wirtschaft finden. Aus dem letzteren Arbeitskreis ging dann auch der „Förderkreis Gründungsforschung (FGF)“ hervor, dessen Gründungspräsident er war und dem er nunmehr als Ehrenvorsitzender verbunden ist.

Nach einer kurzen Phase als kommissarischer Wissenschaftlicher Geschäftsführer der „Gesellschaft für Information und Dokumentation (GID)“ im Jahre 1978, wurde er 1979 in den Aufsichtsrat der „GMD Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung“ berufen, bevor er 1981 den Vorsitz des Vorstandes dieser Großforschungseinrichtung in Birlinghoven, Sankt Augustin, übernahm. In den kommenden fünf Jahren konnte er die Aktivitäten dieser informationstechnischen F&ampersand;E-Gesellschaft neu strukturieren und durch neue Institute in Berlin und Karlsruhe ausbauen. In diese Zeit fällt auch die von ihm initiierte Gründung des „International Computer Science Institute (ICSI)“ in Berkeley (Cal.), USA, das von der deutschen Industrie und dem BMBF bzw. BMBF wesentlich gefördert und in enger Kooperation mit der University of California Berkeley zu einem wichtigen Standort für deutsche Postdocs und Professoren der Informatik wurde. Er war von Anfang an ein Mitglied des ICSI-Boards und ist heute dort Senior Board Member. Er war von 1988 bis 1991 Gründungspräsident des deutschen ISCI-Fördervereins und war im Jahre 2002/3 wiederum Interims-Präsident dieses Vereins zur Förderung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informatik und ihrer Anwendungen.

Für seine Verdienste um die deutsche Informatik-Entwicklung ernannte 2003 die Gesellschaft für Informatik ihn zu einem ihrer GI-Fellows.

Die Verbindung zu den USA hat tiefe Wurzeln, die während seines Eisenhower Exchange Fellowships als deutsche Vertreter im Jahre 1962 gelegt und durch seine Tätigkeit 1963 als Visiting Assistent Professor of Management an der University of Florida, Gainesville, Florida, vertieft wurden. Später gründete er mit weiteren Eisenhower Fellows den „Eisenhower Exchange Fellowships Deutschland – Gesellschaft für deutsch-amerikanische Freundschaft e.V.“, dessen Präsident er bis zum Sommer 2002 war und nun Ehrenpräsident dieses Vereins ist.

Aus der Arbeit der GMD heraus wurde er 1984 Gründungspräsident des Trägervereins für das Deutsche Forschungsnetz (DFN) und blieb, nach zweimaliger Wiederwahl, über sieben Jahre in dieser ehrenamtlichen Position. In dieser Zeit wurde die Basis für das hochleistungsfähige Kommunikations-Netzwerk für die deutsche Hochschul- und Forschungslandschaft und dessen Einbindung in die weltweiten Netzte gelegt.

Ein Wechsel in die Wirtschaft erfolgte 1986 als er vom Vorstand der Mannesmann AG zum Vorsitzenden der Mannesmann Kienzle GmbH in Villingen-Schwenningen auserwählt wurde und aus dem beamteten Hochschuldienst im Lande Nordrhein-Westfalen ausschied. Die Kölner Kollegen schlugen ihn, um eine weitere Verbindung mit ihrer alma mater zu ermöglichen, als Honorarprofessor der Kölner Universität vor. Die Ernennung durch die zuständige Ministerin erfolgte nahtlos. So konnte er auch seine Betreuung von Doktoranden während dieser Zeit in der Wirtschaft fortsetzen und inzwischen auf 65 Promovierte, acht Universitäts- und sechs Fachhochsschulprofessoren aus den eigenen Reihen blicken.

Sein Wirken in der Mannesmann-Gruppe führte u.a. zu deren Start in die Telekommunikation. 1988 initiierte er die ersten Schritte in der Bewerbung um die D2-Mobilfunklizenz und förderte in seinem Haus die Bewerbungsaktivitäten und schließlich nach Gewinn des Lizenzwettbewerbs im Jahre 1989 die Gründung der Mannesmann Mobilfunk GmbH in Düsseldorf. Auch 1988 wurde er für drei Jahre zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der GMD gewählt, in dem er seit seinem Wechsel in die Wirtschaft wieder Mitglied war.

In diesem Jahr wurde er auch in das Kuratorium des „Organisationsforum Wirtschaftskongress (OFW) e.V.“ an der Universität zu Köln berufen, zu dessen Ehrenmitglied der Vorstand ihn 2001 ernannte.

Aus gesundheitlichen Gründen wechselte er 1990 in die selbständige Beratertätigkeit und übernahm dennoch 1993 für sechs Semester die Vertretung betriebswirtschaftlicher Lehrstühle mit einem vollen Lehrprogramm in der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre und auf dem Spezialgebiet Unternehmungs-Führung an der Universität zu Köln. Damit schloß sich der Kreis „Universität – Wirtschaft – Universität“, der nach einer Industriekaufmann-Lehre in der Getreide- und Futtermittelindustrie, im Anschluß an das Abitur 1950 an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Berlin-Spandau, mit dem Studium an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität 1952 begann. Die „Nebentätigkeit“ als Organisationsberater und Büromaschinenverkäufer wurde eingeschränkt als er 1955 Studentische Hilfskraft am Institut für Industrieforschung der FU wurde und dessen Direktor, Erich Kosiol, ihn nach dem mit „sehr gut“ abgelegten Examen 1957 als Wissenschaftlichen Mitarbeiter einstellte und ihn zur Promotion ermunterte, die er 1961 mit „summa cum laude“ abschloß. Nach dem USA-Aufenthalt 1962/63 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am gleichen Institut. Ab 1966 gewährte ihm die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Habilitanden-Stipendium. Nach der Neubesetzung des Lehrstuhl Kosiols sowie Umstrukturierungen und weitere personellen Veränderungen in der Wiso-Fakultät der FU wurde er in seiner Assistentenstelle 1968 gekündigt und nahm er das Angebot, Forschungsleiter am BIFOA in Köln zu werden und einen Lehrauftrag an der dortigen Wiso-Fakultät zu übernehmen, an. An der Kölner Fakultät wurde er dann auch 1969 für das Fach Betriebswirtschaftslehre habilitiert. Nach Rufen an die Universitäten Erlangen-Nürnberg und Augsburg sowie an die Hochschule St. Gallen, Schweiz, entschied er sich 1970 für die Annahme eines Gegenrufs an die Universität zu Köln.

Als Herausgeber engagierte er sich in den Jahren 1971 bis 1991 zusammen mit Paul Schmitz als Herausgeber der Fachzeitschrift „Angewandte Informatik“ (später „Wirtschaftsinformatik“) im Vieweg-Verlag. Seit 1997 ist er Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Die Betriebswirtschaft“ im Schaeffer-Poeschel-Verlag. Für den Eul-Verlag initiierte und betreut er als Mitherausgeber beginnend 1983 die Schriftenreihen „Planung, Organisation und Unternehmungsführung“, „Gründung, Innovation und Beratung“, „Telekommunikation @ Mediendienste“ und „ Electronic Commerce“: zudem ist er Mitherausgeber der von Heinz Klandt initiierten Reihe „FGF Entrepreneurship-Research Monographien“ und Wissenschaftlicher Beirat dieses Verlages.

Seine vielfältigen Erfahrungen als Referent und Moderator bedeutsamer Veranstaltungen nutze er 2003 zum Start der „Sylter Runden – individuelle Gesprächskreise zu Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft“, die er seitdem in Westerland auf Sylt durchführt. Sein besonderes gesellschaftliches Engagement dokumentiert sich auch in der Übernahme des Gründungsvorsitzes des Wissenschaftlichen Beirates des „Europäischen Wirtschaftssenat e.V. (EWS)“ im Jahre 2004.

Die Leistungen von Prof. Szyperski um die Fundierung, den Aufbau und die Verbreitung des Faches Wirtschaftsinformatik, dem er mit seinen ersten Arbeiten zu diesem Thema 1968 den Boden zu bereiten half, fanden 1994 eine besondere Anerkennung durch die Ehrenpromotion an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Johann Kepler Universität in Linz, Österreich. Sein allgemeines Engagement fand schon 1984 eine Würdigung durch die Verleihung des „Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Im Oktober 2004 wurde ihm in Anerkennung seiner besonders Leistungen auf dem Gebiet der Betriebsgründungen aus der deutschen Hochschul- und Forschungslandschaft heraus durch den Herrn Bundespräsidenten „Das Grosse Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ verliehen und persönlich überreicht.